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Das Märchen vom Laigh di Saoseo
- Susanne Blatter-Steiner -
Im
wunderschönen Val di Camp leben viele Gnomen und Elfen. Ich möchte Euch
die Geschichte von Seo und Viola erzählen.
Das
Val di Camp hat viele Wiesen, im Frühling sind sie wie eine Apotheke, in
welcher sich jeder in einem vernünftigen Mass bedienen kann.
Es gibt
lichte Wälder mit Fichten, Lärchen und Arven. In den vielen Wurzeln leben
die Gnome in ihren Wohnungen. Die Elfen wohnen her an den
Bächen, die
sich zwischen den Steinen einen Weg suchen und sich durchs Tal schlängeln.
Es ist eine urwüchsige Landschaft mit vielen Steinen,
Wurzeln,
Felsblöcken und Alpenrosen, wie verzaubert. Seo war ein wahrer Zauberkünstler im Sammeln von Kräutern
und Mischen von Tränklein
und Tinkturen. Wer ein Leiden hatte kam zu ihm, schilderte
ihm seine Schmerzen und siehe da, Seo hatte ganz bestimmt ein Tränklein
oder Kraut dagegen. Viola träumte mehr in den Tag hinein, ging von Blume
zu Blume und freute sich des Lebens. Besonders liebte sie ihre
Namensvettern die
kleinen Veilchen und verweilte oft bei ihnen. Auf
einem ihrer Spaziergänge hörte sie, dass Seo eine neue Tinktur aus blauem
Enzian gemischt hatte.
Dieser
Zaubertrank übertreffe alles bis anhin Dagewesene. Alle lobten Seo, ob
seiner Künste. Viola wurde neidisch. In einem unbewachten Moment
drang sie in
seine Höhle ein und stahl den Zaubertrank. Damit ihn niemand mehr trinken
konnte schüttete sie den Trank in den ersten See in der
Mitte des
Tales. Dieser färbte den See in ein wunderschönes blau. Es war aber nicht
nur der Trank der den See blau färbte – auch das blau-violett
des
Veilchens war weg! Im ganzen Tal blühen die Veilchen von diesem Tag an
gelb. Zum Gedenken
der Heilkenntnisse von Seo, der sehr verehrt
wurde hiess der See von
Stund an Laigh di Saoseo. Als Mahnung gegen Neid und Eifersucht erhielt
der obere See, der viel unscheinbarer und nur
von Steinen und einer
mageren Wiese umgeben war, den Namen Laigh di Viola! |