Beschreibung der Kräuterwanderungen und Seminare

 

Alpenkräuterseminar in Maria Rickenbach

Im Juni 2006 haben wir - meine Schweizer Freundin und Heilpflanzenfachfrau Susanne und ich - das erste Alpenkräuterseminar zur Sommersonnenwende veranstaltet:

Am Freitag den 23. Juni 06 sind wir aufgebrochen. Ziel war Niederrickenbach mit dem Benediktinerinnenkloster Maria Rickenbach im Engelberger Tal auf 1200 m Höhe. Der Ort ist nur mit der Seilbahn zu erreichen, oben herrscht eine wunderbare Stille fernab von allem Verkehrslärm. Das Einzige was man hört sind die Kuhglocken.  

                                                              


Susanne und ich haben uns dort mit weiteren 12 Seminarteilnehmern im Hotel Pilgerhaus getroffen und zusammen ein ausgefülltes und abwechslungsreiches Wochenende verlebt. Start war Freitag abend mit einem gemeinsamen Abendessen und anschliessendem Bildervortrag über die Heilpflanzen der Alpenwiesen mit Beschreibung der Inhaltstoffe und Wirkungen. Anschliessend gab es noch eine Filmvorführung: „Heilpflanzen unserer heimischen Flora“ der von meinen Freunden Horst Stunz und Willi Hecker vor einigen Jahren aufgenommen wurde.

                                                 


Der Samstag um 9.oo Uhr sind wir bei traumhaft schönem Sommerwetter zu unserer Alpenkräuterwanderung gestartet. Wir haben einen langen Aufstieg über die „Ahornalp“, durch ein weites Tal mit herrlichen Bergwiesen und kleinen Wäldern hoch zur den „Bärenfallen“ begonnen. Unterwegs konnten wir eine Fülle von blühenden Alpen-Heilkräutern bewundern und es gab immer wieder anregende Diskussionen über Pflanzenart, Heilwirkungen und Zubereitungen.

Auf einem Bergkamm vor dem Bärenfallen-Aufstieg bot sich der erste wunderschöne Rundblick über den Vierwaldstädter See bis hinüber zur Klewenalp.

                                            


Weiter ging es mit etwas Kletterei durch den „Bärenfallen-Aufstieg“ auf eine Bergwiese. Hier haben wir uns einen Barfuß-Spaziergang bis hinüber zu den Musenalpwiesen der urigen "Musenalp-Beizi" gegönnt, wo wir eine gemütliche Mittagspause bei einem Teller Bratkäse und frischer Alpenmilch verbracht haben.

Frisch gestärkt sind wir den letzten Aufstieg zum 1775 hohen Aussichtspunkt über der Musenalp angegangen und wurden oben mit einer überwältigenden Aussicht belohnt: von hier kann man fast den gesamten Vierwaldstädter See mit seinen vielen Ausbuchtungen überblicken. Linker Hand ein grandioser Ausblick auf das grüne Buochser Horn und weiter nach Stans im Tal, gegenüber auf die Rigi-Gruppe, nach rechts hoch bis zum Mythen, nach Schwyz, weiter ein Rundblick über die Klewenalp bis zum Haldigrad.

                                       

Der Abstieg über den „Chästräger Weg“ war etwas mühsam und steil, aber gut zu schaffen. Unten erwartete uns ein erfrischender kleiner Bach und ein Rückweg durch herrliche alte Ahornbäume zum Kloster Maria Rickenbach.
Hier wurden wir von Sr. Brigitta erwartet, die uns den Klostergarten zeigte und uns einen Einblick ins Kräutersammeln gab. In der Kloster-Kräuterei werden Alpenkräuter noch heute nach alten Rezepten des Kräuterpfarrer Künzle gesammelt, getrocknet, zu Teemischungen, Magentropfen und den nach einem geheimen Rezept hergestellten Goldlikör verarbeitet.

Nach dem gemeinsamen Abendessen sind wir etwas verspätet nach einem kurzen Gewitter zur Feuerstelle aufgebrochen und haben den restlichen Abend mit Geschichten erzählen und Kräuterritualen bei unserem Sonnenwendfeuer verbracht.

                                                          

Sonntagmorgen ging es noch einmal in die Alpenwiesen. Gemeinsam haben wir duftende Bergkräuter gesammelt und noch in der Wiese zu einem Stärkungstrunk und einer „Alpensalbe“ verarbeitet. Während die Kräuter-Oelmischungen auf den selbst gebastelten Stöven vor sich hin köchelten hat Susanne uns aus ihren Kräutermärchen Geschichten über Lavendel und Thymian vorgelesen.

                            


Die gemeinsame Verabschiedung war ca. 13.30 Uhr im Hotel Pilgerhaus.

Unser Dank noch einmal an alle Teilnehmer für interessante Gespräche und die Harmonie in der Gruppe. Bedanken möchten wir uns an dieser Stelle auch bei dem Ehepaar Herzog im Hotel Pilgerhaus in Niederrickenbach, die uns herzlich aufgenommen, bekocht und umsorgt haben. Wir werden sicher im nächsten Jahr wiederkommen!




Heilkräuterferien in Italien - Insel Elba / Toskana


In der ersten Novemberwoche haben wir uns auf der größten Insel des toskanischen Archipels - Elba - zu einer sehr intensiven und ausgefüllten Kräuterwoche getroffen.

Warum November?

Wenn es in Deutschland trüb und neblig wird, erleben wir auf Elba einen zweiten Frühling. Die Insel ergrünt wieder und viele Kräuter und Blüten sind zu bewundern. Besonders schön sind die Früchte der Macchia-Sträucher wie Erdbeerbaum und Myrtenstrauch anzuschauen. Der Rosmarin erblüht in zartem Lila und die Früchte der Kahki- und Granatapfel- Zitronen- und Orangenbäume leuchten von Weitem. Die jetzt kürzeren Tage sind lichterfüllt, die Sonne wärmt mit ihren weichen Herbststrahlen, es ist sogar an warmen Tagen möglich im Meer zu baden. Für mich ist es die schönste Art, Licht in unsere kurzen nordischen Wintertage mitzunehmen. Elba zeigt sich von seiner ruhigen Seite, die Saison ist vorüber, Elba gehört wieder den Inselbewohnern, der elbanische Alltag ist eingekehrt. Man hat wieder Zeit für einen Espresso oder Vino auf der Piazza........

Unsere Kräuterwoche begann am Samstag, den 28.10.06 mit der Überfahrt mit der Fähre um 17.30 von Piombino nach Porto Azzurro auf Elba. Die Insel begrüßte uns mit einem stimmungsvollen und wunderschönen Sonnenuntergang über dem Westen der Insel. Gegen 19.oo Uhr trafen wir in der Barbarossabucht nahe Porto Azzurro in unserem Feriendomizil, der Ferienanlage "Arrighi" ein. Hier würden wir die nächste Woche ausgefüllt mit Heilpflanzen-Unterricht und Exkursionen in der Macchia verbringen.

                    


Die Woche begann schon am Sonntag, den 29.10.06 mit einem Ausflug in den Ostteil der Insel nach Rio nell' Elba, einem sehenswerten Bergdorf mit der kleinen Kapelle "Santa Catarina" auf dem nahen Monte Serra gelegen. Hier haben wir die ersten Heilpflanzen der Macchia - Mastix, Mariendistel, Ruta, Oleander u.A....... - bewundern können.

                                          


Am Montagmorgen, den 30.10.06 haben wir uns zu einem gemeinsamen Frühstück in der warmen Sonne auf der Terrasse getroffen und anschliessend dort gleich mit dem theoretischen Unterricht weitergemacht. Die Sonne hat uns nicht verlassen und uns die ganze Woche hindurch begleitet, so daß wir die warmen Herbsttage vom Frühstück, dem täglichen theoretischen Unterricht von 10.oo – 13.oo Uhr und weiter bis in die Nacht hinein im Freien verbringen konnten.

Nach dem Unterricht vormittags ging es nachmittags weiter mit unseren Insel- und Pflanzen-Erkundungen. In der Nähe der Bucht liegt in einem Seitental die kleine Kapelle "Madonna di Montserrato". Auf dem Weg dorthin kommt man an einem einige hundert Jahre alten eindrucksvollen Pinienbaum vorbei. Überall am Wegesrand gab es wieder einheimische Heilpflanzen und Macchiasträucher zu bewundern.

Unser Nachmittags-Ausflug am Dienstag, den 31.10.06 führte uns zum "Laghetto di Terranera" , einem der vielen kleinen Elba-Wunder. Der kleine Süsswassersee mit seinem schwefelhaltigen Wasser liegt nur einige Meter vom salzigen Mittelmeer entfernt und ist im Gegensatz zum blauen Meer, kräftig hellgrün gefärbt. Elba ist eine sehr mineralreiche Insel, überall wurde schon seit der Etruskerzeit Eisenerz und hier am Schwefelsee in den Bergwerken Schwefel und Haematit abgebaut. Es zeigt sich ein Farbenspiel der Natur: das blaue Meer, der hellgrüne Schwefelsee, die gelb-rote Erde und der schwarze durch Haematit glitzernde Sand. Natürlich waren die Pflanzen wieder unser Hauptthema. Hier konnten wir Myrtensträucher mit ihren schwarzblauen aromatischen Beeren, Fenchel, Schopflavendelbüsche, Helicrysium und die zartlila Blüten des Rosmarinstrauches betrachten.

                                                                     

Der Abend des 31.10.06 war einer der Höhepunkte unserer Kräuterwoche: Das alte keltische Fest (heute besser bekannt unter der Bezeichnung Halloween) "Samhain" oder altirisch Sam-Huin = Ende des Sommers wurde gefeiert. Nach der keltischen Mythologie tritt an diesem Tag der Winter- und Totengott Samhain die Herrschaft an. Er raubt die Vegetationsgöttin und bringt sie in sein Reich unter die Erde. Dort herrscht sie als Totengöttin (Frau Holle) und hütet die schlafenden Samen und die in Winterschlaf gefallenen Tiere. An diesem 8. Festtag des Jahreskreises gedenkt man den Ahnen. Im Christentum begehen wir den Feiertag noch heute als Allerheiligen und Allerseelen. Wir haben für diesen Abend einen Wein mit Gewürzen und Rosenblättern zubereitet, unten am Meer in den Klippen ein Samhain-Feuer entfacht und kräftig mit aromatischen Kräutern geräuchert. Natürlich durfte die Kürbissuppe nicht fehlen!

                                                                                   


Mittwoch, der 1.11.06 war Myrtentag. Nach dem theoretischen Unterricht am vormittag haben wir nachmittags in der Macchia die Myrtensträucher gesucht und uns ausgiebig mit ihrem Duft und den Heilkräften beschäftigt.

Ein weiterer wunderschöner Tag war die Inselrundfahrt über den Westteil von Elba und der Besuch des Heiligtums "Madonna del Monte" , einem Wallfahrtsort mit heiliger Quelle und Kraftplatz an den Hängen des höchsten Berges der Insel, des Monte Campanne (1016 m) am Donnerstag, den 2.11.06. Wir sind morgen nach dem Sonnen-Frühstück auf der Terrasse gegen 9.30 Uhr gestartet und zunächst zur nördlichen Küste gefahren. Diese Küste unterscheidet sich sehr von der Umgebung von Porto Azzurro, hier finden wir in der Nähe von Portoferraio Kiesstrände mit türkisfarbenem Wasser und die weiten Sandbuchten von Biodola und Procchio. Unser fast unfassbares Wetterglück hat uns auch an diesem Tag wieder unglaubliche Freuden beschert: die Sicht war klar, so daß wir im Laufe des Tages alle Inseln des toskanischen Archipels sehen konnten. Von Biodola und Procchio aus ging der Blick zur Felseninsel Capraia und weiter nach Westen zur Nordspitze von Korsika, die sich klar in ihren Umrissen vom Himmel abzeichneten.

                                      


Am späten Vormittag trafen wir in Marciana alta, einem traumhaft schön gelegenen Bergdorf an den Hängen des Monte Campanne ein. Wir haben uns gleich an den Aufstieg, der über einen Wallfahrtsweg zur Madonna del Monte führt, gemacht. Hier hat uns wieder die Vielfalt der Macchia-Sträucher mit ihren farbenprächtigen Beeren beeindruckt. An den Hängen des Monte Campanne findet man die größte Anzahl der Corbezzolo-Sträucher, eines der schönsten Macchiagewächse des Mittelmeerraumes. Der Corbezzolo oder Erdbeerbaum ist ein farbenprächtiger bis zu 3 Meter hoher Strauch mit dunkelgrünen ledrigen Blättern, rötlicher Rinde, cremeweis bis rosafarbenen glockenartigen Blüten und orange bis tiefroten erdbeerartigen Beeren. Die Besonderheit dieses Strauches ist, dass er gleichzeitig reife Beeren und Blüten trägt. Die Beeren brauchen etwa 1 Jahr bis zur Reife, sie sind genießbar, schmecken sehr gut, sollten aber mit Vorsicht genossen werden, sie sind schwer verträglich. Plinius gab dem Baum den Namen Arbus unedo, was aussagen sollte, dass man die Beeren nur 1 x essen kann. Doch der Corbezzolo liefert uns eine weitere Köstlichkeit: den Honig. Jetzt im November ist Sammelzeit, die Bienenstöcke werden unter den blühenden Sträuchern plaziert und die Bienen sammeln den köstlichen Nektar. Der Honig ist eine wirkliche Besonderheit: er schmeckt bitter - und das auf eine wunderbare Art. Man muss ihn einfach probiert haben.

                    


Hier im Nordwesten der Insel findet sich eine andere Vegetation. Kastanienbäume, hohe Pinien und Korkeichen säumen die nördlichen Hänge des Monte Campanne, auf den westlichen und südlichen Hängen ist die Vegetation spärlicher und die hohen Bäume der Nordseite verschwinden wieder. Wir sind weiter aufgestiegen zur Kapelle der Madonna del Monte und von dort zum Adlerfelsen, einem Aussichtspunkt von dem schon Napoleon sehnsüchtig nach Korsika geblickt haben soll, gelaufen. Hier boten sich uns wieder unglaublich schöne Ausblicke über Elba, zu den Inseln, nach Korsika und zum italienischen Festland.

Nach diesen vielen herrlichen Eindrücken haben wir uns endlich einen Capuccino in einer Bar auf den Terrassen von Marciana alta genehmigt. Weiter ging es um den Westteil der Insel herum über die Dörfer Zanca, Pareti und Pomonte immer an der schroffen Felsküste entlang nach Secchetto, einem kleinen Dorf an der südwestlichen Felsenküste. Hier gibt es ein Seitental, dass Valle buia, wo ein köstliches Olivenoel hergestellt wird. Die Heimfahrt führte uns weiter über Marina di Campo und den Monte Tambone mit Blick über das Capo Stella nach Capoliveri und einem romantischen Sonnenuntergang wieder zurück nach Porto Azzurro.

                                                                             

Freitag, der 3.11.06 stand wieder ganz im Zeichen der Macchia-Heilkräuter. Vormittags haben wir unter Anleitung meiner Freundin Susanne eine duftende "Elba-Salbe" mit Rosmarin, Myrten und der wichtigsten Pflanze Elbas, der Calamintha nepeta, hergestellt. Susanne hat uns in den Pausen auf der Terrasse in der warmen Novembersonne aus ihren Kräutermärchen vorgelesen.
Nachmittags ging es noch einmal nach Rio nell' Elba, wo wir uns auf den Bergen über dem Dorf mit der Nepetella, einer kleinblättrigen sehr aromatischen Minzenart, der Ruta, der Spritzgurke, dem Fenchel, dem wilden Spargel und weiteren Pflanzen beschäftigt haben.

Den letzten Abend haben wir in der Pizzeria Alido in Porto Azzurro, die mittlerweile unserer "Stammpizzeria" geworden ist, bei einem Bier, Torta di Cecci (einer elbanischen November-Spezialität) und einer leckeren Pizza Calzone verbracht. Am Samstag, den 4.11.06 hiess es wieder Abschied nehmen von einer wunderschönen Kräuterwoche auf der Insel Elba........

                                                                                           

               
Was habe ich alles nicht erzählt?

Nichts von unseren Grill- und Kochfesten, von unserem Fischabend, von den geomantischen Erfahrungen bei der Madonna del Monte, vom Myrtenlikör, von den langen Abenden bei vino rosso auf der Terrasse, vom Singen und Lachen, vom Besuch bei Carlo, vom selbst gebrannten Grappa mit Limone, von den schönen und intensiven Gesprächen und von vielen vielen anderen Dingen, die man einfach erleben muss.
Ich bedanke mich ganz ganz herzlich bei meinen Kursteilnehmern für die intensive und interessante Zeit, bei meinen Freunden, die den "Küchendienst" während des Unterrichtes ganz selbstverständlich übernommen haben und bei meiner Freundin Susanne für die Unterstützung beim Salbenkochen!

Falls Euch die Kräuterwochen auf Elba interessieren: nächstes Jahr im November fahre ich wieder! Infos findet Ihr unter www.alchemilla-seminare.de oder fordert Flyer und Anmeldungen bei mir direkt an. Ich würde mich sehr freuen, wenn wieder eine Gruppe zustande kommt. Bis bald! Petra




Wanderung mit den Elementen Wasser und Feuer im Kiental

Am 4. August 2007 haben meine schweizer Freundin Susanne und ich uns mit weiteren 6 Teilnehmerinnen bei strahlend schönem Wetter an der Mautstelle der Privatstrasse, die hoch zur Grießalp führt zu einem 2-tägigen Seminar im Kiental im Berner Oberland getroffen.

Das Kiental ist ein Seitental des Kandertals und gilt als Geheimtip unter Naturliebhabern und Wanderern. Die gut erhaltene alpine Kulturlandschaft ist einzigartig in der Schweiz. Rauschende Wildbäche und tosende Wasserfälle, bunte Blumenwiesen, schattige Bergwälder, glitzernde Schneeberge und Gletscher machen aus dieser Gegend ein wirkliches Naturparadies. In der wild-romantischen Landschaft des Kientales spüren wir besonders die Kraft und Energie des Elementes Wasser.

Unsere Wanderung begann entlang des tosenden lebendigen Bergbach Gornerenwasser und führte uns zunächst zur Losplatte. Hier sollen sich der Sage nach 2 Brüder durch Losentscheid die beiden Täler "Gronnerengrund" und "Spiggengrund" geteilt haben. Die Losplatte mit ihrem riesigen porösen schwarzen Stein gilt seither als Kraftplatz.

                                              


Weiter ging es, immer begleitet vom Rauschen des Wildbaches, durch einen lichten Wald langsam bergauf Richtung Tschingelsee. Unterwegs in der wunderschönen und eindrucksvollen Landschaft konnten wir die herrliche Pflanzenwelt der Alpen betrachten und vieles über die Heilkräfte und Wirkungen der Kräuter erfahren.

                                                                         

Die wundervolle Landschaft des Kientales überraschte uns immer wieder mit neuen Eindrücken. Ein Teil des Wanderweges entlang der wilden Gronnerenwasser führte uns über den Kientaler Skulpturenweg. Hier konnte man einige interessante Holzskulpturen und Lichteffekte betrachten.

                                   

Die Landschaft wurde langsam weiter und wir näherten uns der Ebene des Tschingelsees. Der Tschingelsee ist ein flacher See unterhalb der Steigung zur Griesalp und den Berggasthöfen Golderli, Waldesruh und demNaturfreundehaus auf der Hochebene. Er ist erst 1971 durch schwere Unwetter und starke Regenfälle entstanden und wiederum durch Unwetter 2005 zum Teil verlandet. Nur noch ein relativ kleiner Rest des Sees ist verblieben. Hier am See unter Weidenbäumen haben wir unsere Mittagspause verbracht und uns für den steilen Aufstieg zur Griesalp gestärkt.

Im Gebiet des Tschingelsees waren wieder viele blühende Alpenpflanzen, die gerne in Feuchtgebieten und am Wasser wachsen zu bewundern: Engelwurz, eine mächtige Pflanze mit der Kräuterpfarrer Künzle viele seiner Patienten von Rheuma und Husten geheilt hat, Mädesüß, bekannt als Heilpflanze bei rheumatischen Beschwerden, sie enthält Salicylsäure, Baldrian, uns Allen bekannt durch die beruhigende Wirkung seiner Wurzeln, u v m........

Nun lag der interessanteste, aber auch anstrengendste Teil unserer Wanderung vor uns: der Aufstieg!

Das Wasser hatte sich bisher als rauschender Wildbach und stiller Tschingelsee gezeigt, nun sollten wir seine ganze Kraft und Wildheit kennen lernen. Der Weg führte uns steil bergauf bis zum "Hexenkessel". Das Tosen des Wassers war schon von Weitem zu hören. Einen ersten Blick auf das schäumende Wasser, welches sich nun seinen Weg durch enge Felsschluchten sucht, konnten wir schon von der Straße aus werfen.

      

Schnell waren wir am Hexenkessel wo sich die Wassermassen in tiefes Becken ergiessen, angelangt und bald standen wir im feuchten Srpühnebel vor dem beeindruckenden Strudel.

Über eine schmale Brücke führte uns der Weg zum nächsten beeindruckenden Schauspiel, welches uns das Wasser im Kiental bietet: der Pochtenfall. Hier fällt das Wasser von der Hochebene durch eine Felsspalt in Becken von welchem aus es weiter in den Hexenkessel fliesst. Die schmale Schlucht ist angefüllt von Gischt, kühl und feucht und sehr erfrischend für müde und erhitzte Wanderer. Hier tankt man frische Energie!!!

Einen schönen Kontrast zum wilden Pochtenfall bildet der gegenüberliegende sanftere und breitere Dündenfall.

Mit neuer Energie ging es nun an den letzten Teil des Aufstieges zum Plateau der Griesalp, wo wir ca. 15.oo Uhr eintrafen. Hier haben wir uns gegen 16.30 Uhr zu einer erfrischenden Apfelschorle getroffen und uns über die Eindrücke des Tages und verschiedene Aspekte der Kräfte und Energien des Elementes Wasser unterhalten.

Um 18.oo Uhr ging es weiter ein kleines Stück Weg aufwärts zum Berggasthof "Golderli" wo ein schweizer "Nachtessen" auf uns wartete. Die Schneeberge glühten bereits im Abendlicht als wir oben ankamen.
Nach unserem üppigen Nachtessen mit Salat, Gemüsesuppe, Eräpfelstock mit Rindfleisch und einem frischen Obstsalat, natürlich begleitet von einem guten Glas Rotwein..... haben wir zum Abschluss des Abends einen 600 Jahre alten Ahornbaum besucht. Der weit ausladende Ahorn steht auf einer Felsenwiese und seine Äste sind dicht mit Moos bewachsen. Kleine Pflanzen und Bäumchen wachsen auf den dicken alten Ästen.
Der wunderschöne Abend fand seinen Ausklang bei einer "Stange" (Bier) und einer Märchenstunde im Gastraum der Griesalp.

                                                            

Am nächsten Morgen ging es nach einem gemütlichen Frühstück weiter. Heute lag das letzte Stück unseres "Weges am Wasser" vor uns. Wir würden dem Gamchibach bis fast zu seinem Quellgebiet ans Ende des Tals folgen. Zunächst sind wir wieder durch einen lichten Wald gewandert, danach ging es über blühende Wiesen bergauf zur Gamchischlucht. Unterwegs natürlich wieder die Blütenvielfalt der Alpenflora.

Der Weg führte uns zuletzt schmal am Fels neben der zerklüfteten Gamchischlucht entlang zu einer Alphütte, wo wir zu unserer Mittagspause mit Bratkäse und sauerem Most einkehrten. Susanne hat uns während der Pause in der Sonne die Sage von der Blümlisalp - den hier wunderschön zu sehenden Schneebergen - vorgelesen.

                                        

Im Gamchi-Talkessel angekommen ging es zunächst hinauf zur "Martinskirche". Die Martinskirche ist eine kleine Höhle, bei der man früher vor dem Übergang über die Naturbrücke ins Wallis um Schutz gebetet hat. Der Weg ist etwas steil und durch die von den Bergen herunterkommenden Wasserfälle etwas gefährlich, er ist steinig, ständig feucht und fällt steil zum Gamchikessel ab. Trotzdem: es ist ein wirkliches Erlebnis, man geht direkt unter einem Wasserfall durch und sieht durch einen Schleier von Wassertropfen hinunter ins Tal.

Wieder sicher unten angekommen sind wir durch das sumpfige Gamchi Gebiet zur Naturbrücke gelaufen. Die Naturbrücke war früher der Übergang ins Wallis. Naturbrücken finden sich oft an energiereichen Orten und bedeuten Übergänge in andere Welten. Sie haben ihre eigene Magie: Was man mit Spucke ins wegfliessende Wasser gibt, kann man abgeben und dafür mit dem Gesicht gegen die Strömung für Neues öffnen.

Um 13.30 haben wir den gemütlichen Rückweg zur Griesalp angetreten. Auch hier haben uns wieder Pflanzen begleitet,.

Nach ca. 2 Stunden gemütlicher Wanderung, die natürlich an einer Alpkäserei vorbeiführte, wo es frischen würzigen Alpenkäse, selbstgemachte Sahnebonbons und sonstige Leckerein zu kaufen gab, sind wir an der Griesalp angekommen. Hier haben wir uns gemeinsam mit einem letzten Blick ins Tal und einem leckeren Eis verabschiedet.

                                                                 


An der Griesalp erwartete uns das Postauto!
Die Fahrt mit dem Postauto ist ein Erlebnis, die Strasse - 28% Steigung - ist schmal und eng und führt durch die Felsen. Der Fahrer muss bei der Abfahrt bestimmte Punkte an den Feldwänden anfixieren, damit er die Kurven fahren kann. Die Strecke ist als die steilste Postautostrecke Europas bekannt.

Um 18.oo Uhr waren wir wieder an unserem Ausgangspunkt, der Mautstelle, angekommen. Eine letzter kurzer Weg führte uns noch einmal zum Fluß, von dem wir uns mit einer kleinen Blumengabe verabschiedet haben.

Mit vielen neuen Eindrücken und 2 erlebnisreichen und ausgefüllten Tagen im Kiental haben wir die Heimreise wieder angetreten. Danke an unsere nette Gruppe für die vielen Gespräche, den intensiven Austausch, die vielen Fragen und die wunderbare Stimmung die wir an beiden Tagen erlebt haben. Wir freuen uns schon sehr auf das nächste Jahr!